Umbau PECO H0m Weichen

PECO H0m Weiche
PECO H0m Weiche

An diesem Wochenende habe ich mich mal mit dem Thema Umbau der PECO H0m Weichen beschäftigt, auch in der Praxis.

Warum

sollte man die Weichen eigentlich umbauen?

Für den digitalen Betrieb wollen wir:

  • keine Kurzschlüsse zwischen den Zungen und Außenschienen haben
  • gute Kontakte zu den Lokrädern, auch nach Jahren des Betriebes
  • sichere Stromversorgung

Ein Umbau ist also unumgänglich.

Gedanken

Die PECO Weichen arbeiten nach dem Prinzip, daß die Zungen durch eine Feder an die Außenschienen gedrückt werden. Das ist gut und bewährt sich in der Praxis.Ich hatte bei meinem Diorama ja auch eher das Problem, dass die Schienenverbinder nicht genug Kontakt hatten und ich zu Verbesserung einen Kupferdraht zwischen Schienen und Außenschienen der Weiche lötete. Um das zu umgehen, kann man diese aber direkt mit einem Versorgungsdraht verlöten, man sollte dabei aber natürlich auf die Polarität achten.

Übrigens, wenn man einen Conrad Antrieb verwendet, kann man hier auch die Zungen über die dort verfügbaren Anschlüsse mit Strom versorgen, einen Teil des Umbaus kann man sich also sparen.

Aber egal wie, Antriebe mit Polaritätsumschaltung sind Pflicht!
Warum? Ganz einfach, bei den PECO Weichen sind die Herzstücken ein geschlossener Bereich. Sie müssen, damit Loks ohne Probleme über die Weichen fahren sollen, mit Strom versorgt werden. Das genau Wieso und Warum habe ich auch schon einem ausführlichen Blogeintrag beschrieben.

Was brauchen wir

Bevor wir loslegen, benötigen wie eine Reihen von Materialien und Werkzeugen.

  • die Weiche selbst, in unserem Fall eine PECO Code 75 Weiche (rechts oder links), Nummern SL-E1487 und SL-E1486
  • einen Lötkolben der freien Wahl inkl. Zinn und Zubehör
  • einen Trennschleifer, natürlich die Miniausführung für den Modellbau
  • Seitenschneider, Zangen, halt das ganze übliche Kleinwerkzeug
  • Kupferdraht, am besten als einzelnen „dicken“ Draht, verwickelter Draht tut es aber auch
  • für den Einbau und die Tests noch Schienenverbinder, davon 2 isolierte (für die PECO H0m Weichen tuen es auch sehr gut die Tillig TT ISO-Verbinder)
  • ein wenig Zeit und im Laufe derer die Übung

Bevor ich anfange, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Gerade beim Löten kann es passieren, daß das Ergebnis nicht so toll aussieht. Wichtig hier, daß man immer an der Außenkante der Profile lötet, um trotz allen einen ungestörten Fahrbetrieb zu erreichen. Solche Lötstellen können dann immer noch mit Farben und Schotter getarnt werden.

Wer nicht direkt an die Gleisprofile löten will, kann auch Anschlußklemmen verwenden, wie sie wieder z.B. Tillig für TT anbietet.

Der Umbau

Weichenumbau
Weichenumbau

Als erstes durchtrennen wir bei (1) und (2) die Schienen in den Weichenzungen (rosa und blaue Stecknadel), so ca. 1 1/2 Schwellen von der Kreuzung (weiße Stecknadel). Man sollte darauf achten, das genug Abstand entsteht, damit kein Strom mehr fließen kann. Dazu muss man die Schnittstelle eventuell noch ein wenig aufschleifen. Die Lücke kann man so lassen, wenn man die Optik verbessern will kann z.B. Zweikomponenten-Epoxidharzklebstoff einbringen, aushärten, schleifen und dann farblich behandeln. Wie isolieren damit wieder unser Herzstück.

Nun schneiden wir uns 2 Kupferlitzen (Drähte) auf die passende Länge (siehe Bild) und verlöten diese außen an den Schienenprofilen der Zunge. Im Bild sind diese mit Nummer (3) und (4) markiert. Wie überbücken damit die Original Trennung der PECO Weichenzungen, wie sie vom Hersteller vorgesehen ist.

Um die Zungen auch sicher mit Strom zu versorgen, löten wir dann noch sicherheitshalber zwei weitere Litzen (5) und (6) an die Zungen und die zugehörige Außenschiene.

Umgebaute Weiche
Umgebaute Weiche

Damit sind die Umbauten schon abgeschlossen.

Der Einbau

Nun geht es an den Einbau. Die äußeren Schienen werden mit Hilfe von Gleisverbindern (PECO SL-110) verbunden. Um sicher zugehen, kann man wie gesagt noch an die Außenschienen eine Versorgung vom Digitalfahrstrom verlegen.

Die inneren Schienen, die an das Herzstück münden (im Bild (11) und (12)), werden mit Hilfe von Isolationsverbindern angeschlossen. Das ist sehr wichtig, da es sonst direkt zu Kurzschlüssen kommt!

Zum Schluss wird dann noch der werkseitig vorgesehen Draht für die Polarisation des Herzstückes mit dem Weichenantrieb verbunden.

Nun kann alles getestet werden. Übrigens, mangels Anlage verwende ich einen kleinen Testaufbau auf meiner Testanlage. Die Polarisation übernehmen dann zwei Drähte vom Fahrstrom.

Testanlage
Testanlage

Antriebe

Wie gesagt, als Antriebe sollten ausschließlich Antriebe mit Herzstück Polarisation verwendet werden. Mit den Conrad Antrieben habe ich schon sehr guter Erfahrungen gemacht, schon aus Preisgründen.

Ergänzungen

Als Antrieb für die Weichen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Da ich aber schon aus Preisgründen nur auf die Conrad Antriebe setze, wir das meine nächste „Ich teste das mal“ Baustelle sein. Vor allem stört ja die Stellfeder der PECO Weichen bei den Antrieben, was dazu führen kann, daß die Antriebe die Weiche nicht stellen können. Aber wie gesagt, das folgt dann demnächst.

Nicht verschweigen sollte man aber z.B. die Antriebe von MBTronik. Nur der Preis dafür ist mir definitiv zu hoch.

Die Original PECO Antriebe sind mir persönlich zu kompliziert und auch, was man so hört, nicht gerade praxistauglich. Nur der Antrieb für die Seitenmontage klingt interessant, den muss ich auch mal besorgen und testen.

Fazit

Der Umbau der PECO Weichen ist einfach und schnell zu machen. Ich hatte davor auch Respekt, mit Geduld und Übung geht die Arbeit aber schnell von der Hand. Wenn ich jetzt noch das Thema mit den Antrieben kläre, steht dem Aufbau des Schattenbahnhofs nichts mehr im Wege.

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